Bei Gender Budgeting geht es um die Messung, wie sich finanzielle Investitionen bei Maßnahmen auf die Geschlechtergerechtigkeit auswirken. Eingesetzt wird es im Bereich der Politik, es ist aber übertragbar auf andere Themenfelder. Wenn z. B. ein Web-Auftritt überarbeitet wird, kann dies Auswirkungen auf Frauen und Männer haben, z. B. wenn nur männerspezifische Themen ergänzt werden. Im Rahmen von Gender Mainstreaming (Strategie zur Schaffung von Chancengleicheit) ist es sinnvoll, den Einsatz der in den Relaunch investierten Mittel unter geschlechtsspezifischen Aspekten zu evaluieren (analysieren und bewerten).
Am 5. und 6. Februar 2010 habe ich am 9. Arbeitstreffen des Arbeitskreises Gender Mainstreaming der DeGEval - Gesellschaft für Evaluation in Berlin teilgenommen. Dort wurden zwei Beispiele aus Deutschland und Österreich sowie eine Erhebungs-Matrix zu Gender Budgeting vorgestellt.
Einige persönliche Schlussfolgerungen:
Studien der Referentinnen:
Schaffer, Nicole; Florian Holzinger, Birgit Woitech (2009): Gender Budgeting in Forschungs- und Technologieprogrammen (BMVIT). Wien.
Vertiefende Literatur:
Agentur für Gleichstellung im ESF (o. J.): Gender Budgeting. (Liste von Arbeitshilfen.)
BMFSFJ (o. J.): Das Konzept Gender Budgeting.
EU (o. J.): Leitfaden zur Bewertung geschlechtsspezifischer Auswirkungen.
FEMtech (o. J.): Gender & Geld. (Liste von Arbeitshilfen.)
IMAG GMB (o. J.): Literatur. (Literaturverzeichnis.)
Warum ich dies blogge?
Bei Web-Auftritten werden Gelder und Zeit investiert. Bei einem Relaunch sollte geprüft werden, ob die neue Version die Anforderungen von Frauen und Männer berücksichtigt und eine geschlechtergerechte Darstellung erfolgt. Dies reicht von der Auswahl der Bilder und der textlichen Darstellung bis hin zur Bereitstellung von bestimmten Inhalten für einzelne Gruppen. Gender Budgeting erlaubt es, finanzielle Investitionen in Angebote für Frauen und Männer differenziert zu betrachten und kann als Lenkungsinstrument eingesetzt werden.